Frankfurt, du komischer Haufen

Ein Monat im Exil. Ein Monat der Veränderung und der Alltäglichkeiten. Ein Monatsintensivkurs – Leben.

Ich habe gelernt meine Großstadtvorurteile durch eine Faszination für Bewegungsfreiheit und Individualität in der Masse zu ersetzen. Alles, was ich als ursprüngliche Erdrückung empfunden habe ist dieser zarten Freiheit gewichen. Nicht mehr im Elternhaus zu wohnen bringt Verantwortung aber auch ganz viel Selbstverwirklichung… Ja Leute, ich bin schon seit über zwei Jahren offiziell erwachsen aber das kommt irgendwie jetzt erst bei mir an. Und hey! Es ist garnicht so wie ich immer dachte. Es ist auch total entspannend die Einzige zu sein, die mir Vorwürfe macht.

Studieren ist übrigens auch noch so ein Hobby von mir, auch wenn ich merke wie schnell das doch zur Nebensache werden kann… Es gibt so viel zu lesen, dabei hab ich in meinem Zimmer noch so viel spannendere Bücher stehen! … Bin ich so froh, dass ich weder einen Fernseher noch Netflix & co. habe! Das Leben wäre eine reinste Gammelparty. Ich schreibe einfach irgendwelche Sachen auf um mich vorm Studium zu drücken. Ja, ich wasche sogar Wäsche oder räume die komplette Küche auf um nicht noch mehr über Deutschdidaktik und die Wichtigkeit des Vorlesetrainings in der Grundschule zu erfahren… aber warum eigentlich Grundschule? Naja wird schon alles seine Richtigkeit haben… aber vielleicht wäre Englisch ja doch interessanter.

Übrigens habe ich für zwei Tage als Dialogerin in der Fußgängerzone gestanden und Leute angequatscht. Es waren Probetage für einen Job, den ich im Endeffekt doch nicht antreten werde… Tja, ist der Job zu hart bist du zu schwach. Aber ich habe trotz allem wirklich viel gelernt, z.B. dass ich schlagfertig und witzig bin! Und ich habe so viele verschiedene Menschen kennengelernt, vom typischen frankfurter Bankangestellten über junge dynamische Mamas, Rentnerpaare ohne Zeit, kritische Studenten, reiche Frauen im Pelz, angehende Doktoranten, Exsoldaten, Anhänger des Krishna-Bewusstseins mit selbstgedruckten Infobüchern, FSJler und ihre einfallsreichen Tauschgeschäfte, Jungunternehmer und jene, die noch welche werden wollen, überforderte Väter, eine Menge Touristen, die nach dem Weg fragen und natürlich den Dialoger Trupp, der (neben meiner Roadtripgang ♡) womöglich zu der durchgeknalltesten Sorte Menschen gehört. Dazu kommen noch meine mehr oder weniger motivierten Mitstudierenden, die aus allen Ecken Frankfurts zur Uni pendeln, meine liebe theaterverrückte Freundin in ihrer bunt zusammengewürfelten WG, meine eigene Mitbewohnerin mit all ihren wunderbaren Ideen, der Spieleabendclub, die neue Gemeinde, meine nahe und ferne Nachbarschaft… Ich habe letzte Nacht von all diesen Menschen geträumt und ich habe festgestellt: Frankfurt ist ein komischer Haufen, aber ich bin froh ein Teil davon zu sein!

to be continued…

 

~Anne~

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