Humor heilt alle Wetter

Zugfahrt Alarm!! Der folgende Text ist aufgrund der Länge nicht für Leseanfänger geeignet, es seidenn sie bringen eine gewisse Abenteuerlust mit!!!

Gestern und heute bin ich mit dem falschen Fuß aufgestanden, hab mich gefühlt als hätte ich überall Muskelkater, dabei hab ich schon seit fast zwei Jahren keinen Sport mehr gemacht (mein Rücken sagt mir das jeden Tag – 20 Jahre und schon so wehleidig).
Ich hatte mir viel für die letzte Woche vorgenommen, vor Allem in Bezug auf mein Studium. Ich hab mir zum Beispiel gesagt: ‚Anne, ab jetzt hängst du dich richtig rein! Du brauchst kein Geld, sondern mehr Motivation. Also hör auf nach Jobs ausschau zu halten und fang an ein „Vollzeitstudent“ zu sein (wie der BW Tutor es so treffend formuliert hat).‘ Klar, ich werde versuchen eine Vollzeitstudentin zu sein, denn gender Trennung wird von uns fachübergreifend verlangt. Aber so ganz hab ich den Dreh noch nicht raus… Ich hab mir bis jetzt noch keinen durchstrukturierten Terminplaner zugelegt, denn mein Studienbeginn glich eher einer Bruchlandung als einem eleganten Abheben in die Lüfte der Elite… und das Jahr ist sowieso bald vorbei. Ich krieg es immer hin alles auf den letzten Drücker abzugeben, was mich schon mehr als einmal in unangenehme Drucksituationen gebracht hat und eigentlich hasse ich das total… aber es gibt immer irgendwas zu tun, das absolut unwichtig ist und rein garnichts mit dem Studium zu tun hat. Heute morgen hab ich mich tatsächlich gezwungen um 7 aufzustehen, woraus dann 8 wurde, um eine Vorlesungszusammenfassung hochzuladen… morgens gelingt es mir erstaunlich gut kritisch und zynisch zu sein, genau nach dem Geschmack des Dozenten… wenn er es denn überhaupt liest. Ich hab mir zumindest ein bisschen Mühe gegeben: Es sind drei Wörter mehr geworden als das Minimum verlangt!
Als ich diese Meisterleistung vollbracht hatte, gelang es mir allerdings nicht diese anfangs so zügellose Motivation beizubehalten und ich versank in dem Gefühl der Genugtuung, durchzogen von dem ambivalenten Gedanken zwar etwas sinnvolles getan zu haben, diesen Erfolg aber nicht genießen zu dürfen, da eine neue Woche auch wieder neue Aufgaben mit sich bringt.
Aus lauter Frust und Trotz über diesen Zwiespalt ließ ich die erste Vorlesung entfallen.
Da ich aber schonmal wach war nutzte ich die Zeit um mich durch das meditative Anfertigen von Zeichnungen abzulenken. Von diesen wurde, aus perfektionismustechnischen Gründen keine fertig.
Mit, durch das lange Stillsitzen und vor mich Hinstarren, eisigen Gliedmaßen kramte ich dann meine 7 Sachen zusammen, schlüpfte in Schuhe und Mantel und machte mich durch den, vom Wind gepeitschten Regen auf zur Uni. Steif vor Kälte und mit getrübter Sommerkind Laune wartete ich auf die U-Bahn. Als ich im Seminarraum eintraf herrschte bereits reges Murmeln. Die Idee von dynamischer Gruppenarbeit und dem damit verbundenen ständigen Platzwechsel in einem ohnehin sehr engen Raum kam bei mir heute eher nicht so gut an. Zumal ich mangels Sitzplatz meine Wintergarnitur von Gruppe zu Gruppe schleppen musste… hatte ich erwähnt, dass ich einen Mikrowellenabdeckdeckel (?) – den meine Oma als Abdeckung für einen wunderbaren Kuchen benutzt hat, um ihn dann aber am Wochenende bei mir liegen zu lassen – in einer Einkaufstüte mit mir führte? Natürlich nicht, warum auch?
Aber ich bin kein Mensch, der sich von einer Reihe unvorteilhafter Situationen aus der guten Verfassung bringen lässt (Zynismus gehört bei mir nicht zu der Kategorie „schlechte Laune“ – das ist einfach mein Charakter).
Auf dem Weg zum nächsten Buchladen hatte ich einen subway surfer Moment, der mich zum Grinsen brachte. Diese Sorte Grinsen, das in dir feststeckt und immer wieder hochkommt egal wie dein Tag verläuft. Dazu muss ich sagen, dass ich damit nicht diese App für gelangweilte Schüler in der letzten Reihe meine, sondern folgende Situation: Ein von Studenten überfüllter U-Bahnwagong; eine Anne die mittendrin steht aber zu kurze Arme hat und daher weder an die Stangen zwischen den Leuten noch an die über ihrem Kopf reichen kann; eine zwei Stationen währende Fahrt, wärend der sie breitbeinig in Skaterposition (etwas weniger lässig und etwas sehr viel mehr wackelig) in einer Menge steht, die nicht alle Lücken füllt und damit nicht als menschlicher Airbag in Frage kommt; in ihrem Kopf herrscht die Gewissheit, dass sie diese Übung schon oft in einer anderen, deutlich kleineren Stadt gemeistert hat und damit bereit ist die Herausforderung anzunehmen; die Feststellung und Freude darüber, dass anscheinend alle Straßen- und U-Bahnen den selben Fahrrhythmus beherrschen konnte sie nicht mal aus dem Gleichgewicht und der Konzentration bringen also musste sie einfach wie blöd ihren Gegenüber angrinsen, da der geringe Platz keine Ausweichmöglichkeiten für die Blickrichtung zuließ (vielleicht hat er sich ja gefreut – damit wären schon zwei Tage verschönert). Somit war der Rest des Tages gerettet!

Und es kommt noch besser: der Zug in dem ich gerade sitze bringt mich zu wundervollen Menschen!!

to be continued…

 

 

~Anne~

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