The reason why – der Grund warum ich lebe

Schon immer wusste ich, dass mein Leben einen tieferen Sinn hat aber ich kannte ihn nicht. Ich wuchs auf ohne ihn auch nur ansatzweise zu erahnen. Mein Bruder und ich wurden nach der Devise von Gerchtigkeit und Dankbarkeit erzogen. Wir hatten das Glück in einem liebevollem Umfeld groß zu werden, aber niemand erzählte uns wirklich etwas von Liebe und Vertrauen, von Vergebung und Einsatz.
Bis auf wenige Stoßgebete hatte Gott in meinem Leben nichts zu suchen… zumindest meinte ich das. Ich versuchte immer gut zu anderen zu sein, aber was das war und was genau ich als meine Werte verstehen sollte war mir nie ganz klar. Ich ließ mich konfirmieren, weil ich nichts gegen Gott hatte und Jesus war irgendwie auch ein cooler Typ, zumindest schien er echt krasse Selbstbeherrschung zu haben. Doch ich wusste nicht, dass ich Gott mein Leben verdankte, ich wusste nicht, dass es nur mit ihm geht.

Ich hatte in meinem Leben einige Krisen und ich machte mich selbst dafür verantwortlich. Schuld war meiner Meinung die fehlende Lebenserfahrung, meine Schwäche und manchmal auch mein „Pech“. Die Fehler suchte ich in meinem System aber ich wusste nicht wie ich mich ändern sollte. Ich glaubte diese Lügen und wollte, nachdem sich auch noch meine Eltern trennten nichts mehr mit diesem komischen Gott zu tun haben, der einfach nur schweigend und nichtstuend zusah, wie mein Leben den Bach runterging und meine Selbstachtung wie Wasser im Wüstensand versickerte. Ich ignorierte Gott und leugnete seine Macht über mich. Das war auch richtig einfach, denn so machten das sowieso alle in meinem Umfeld.
Der Versuch mich von anderen Menschen tragen zu lassen und mich von ihnen abhängig zu machen scheiterte jedes Mal kläglich. Die Tiefen meiner mir unerklärbaren Existenz holten mich ein und ich ließ mich in Selbstmitleid fallen. Bis hin zur annähernden Selbstaufgabe schleppte ich mich und ich musste erkennen, dass ich etwas tun musste. Ich holte mir therapeutische Hilfe. Ich suchte Menschen, die mir Sicherheit gaben. Es gab so viele Dinge, in denen ich meinen Sinn suchte. Ich wollte unbedingt wissen, was meine Aufgabe ist und wie ich sie am Besten umsetze. Aber ich fand nur unzulängliche Erklärungsversuche von anderen Menschen, von Astrowissenschaft,… in der Ruhe der Natur fühlte ich mich wohl, das wusste ich, aber auch ihr Geheimnis konnte ich nicht ergründen.
Eines Tages sprach ich mit einem damals noch sehr entfernten Freund, er sprach von Glaube und Hoffnung. Es kam mir vor als hätte er eine verborgene Ruhe in sich, der niemand etwas anhaben konnte. Er lud mich ein in seine Gemeinde zu kommen und ich wusste, dass ich ihn aus irgendeinem Grund nicht enttäuschen wollte, also besuchte ich die junge, freikirchliche Gemeinde, die Gottesdienst in einem Kino hielt. Die Predigt und die Musik haben voll reingehauen, an dem Tag ahnte ich, dass ich Gott eine Chance geben sollte. Meine sture Ignoranz, die ich in den vorangegangenen Jahren an den Tag gelegt hatte sprang mir mit einer unerwarteten Wucht ins Gesicht und ich begann zu weinen, es regten sich zum ersten Mal in einem Gottesdienst Gefühle in mir, aber es war sicher nicht das letzte Mal.
Zu der Zeit sehnte ich mich auch danach wertvolle Zeit mit Menschen zu verbringen, die sich gegenseitig respektieren. Diese Sehnsucht war für mich immer ein Wunschdenken, ähnlich wie man es dem Kommunismus nachsagt. Aber ich war schon immer eine Träumerin. Nach dem Gottesdienst wurde ich von völlig fremden Menschen eingeladen mit ihnen nach Brügge zu fahren. Wenn ich Lust hätte könnte ich einfach am nächsten Morgen wieder vorbei kommen. Mit einer gewissen Faszination für das geplante Ungewisse ließ ich mich auf diese Reise ein und ich wurde für mein Vertrauen tausendfach belohnt. Sie zeigten mir, dass Christen auf keinen Fall verklemmt und schon garnicht langweilig sind, ganz im Gegenteil. Die verrücktesten und liebenswertesten Menschen haben mir gezeigt, was es heißt mit Gott zu leben, dieses Leben als Herausforderung anzunehmen, sich gegenseitig zu stärken und sich gemeinsam in der Schönheit des Lebens zu verlieren. Sie begegneten mir mit einer vertrauenden Offenheit, die mich gleichzeitig faszinierte und rührte. Ich merkte schnell, dass ich noch sehr vieles nicht begriff. Wenn ich aber eins wusste, dann, dass ich das erste Mal im meinem Leben wirklich bereit war etwas zu lernen ohne wirklich zu wissen wohin mich diese Reise führen würde. Ich bin noch lange nicht am Ende dieser Reise und ich bin sicher, dass sie genaugenommen niemals enden wird und das ist gut so. Mein Leben hat sich schon jetzt komplett auf den Kopf gestellt, vor Allem mein Selbstbewusstsein ist größer geworden als jemals zuvor, denn ich weiß egal was passiert: Ich bin geliebt.

Ich brauchte Gott, aber ich hatte nicht die Kraft Ihn zu suchen. Er kennt mich und er liebt mich und darum machte er sich auf, mich zu suchen. Und auch wenn ich aus Angst vor seinem Urteil wegrannte und mich versteckte, so hörte er nie auf damit mich zu suchen. Und als er mich endlich eingeholt hatte und ich mich endlich zu Ihm umdrehte flüsterte er mir das schönste Geheimnis ins Ohr, dass ich je zu hören bekommen sollte. Er sagte: „Ich vergebe dir.“

„Der HERR, dein Gott, ist in deinen Mauern, er ist mächtig und hilft dir. Er hat Freude an dir, er droht dir nicht mehr, denn er liebt dich; er jubelt laut wenn er dich sieht.“

[Zefanja 3,17]

 

~Anne~

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2 Gedanken zu “The reason why – der Grund warum ich lebe

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