Prioritäten setzen

Plötzlich steht Frankfurt für Stillstand und die Kleinstadt für Gehetze und gutes Timing (wovon ich nie etwas verstanden habe).
Warum stellen die Ferne, die Zeit und die Beschäftigung alles auf den Kopf? Und warum haben ausgerechnet sie die Kontrolle über mein Leben?

Prioritäten setzen… das mache ich wohl viel zu selten. Und wenn, dann sind sie trügerisch und leichtfertig gewählt.
Wenn, dann…
Meine Sätze könnten auch aus einer, mit „Textaufgaben“ betitelten Rubrik eines längst vergessenen Mathematikbuchs stammen. Ich muss sagen Mathematik besaß für mich kaum Lebensnähe. Ein Statement. Eine Wahrheit, die mir oft das Leben als dickköpfige Schülerin schwer machte, denn ich berief mich vor jeder anstehenden Hausaufgabe und Klassenarbeit auf die „Nutzlosigkeit“ dieses (und nicht nur dieses) Schulfachs. Doch jetzt beschleicht mich das entwaffnende Gefühl, jenes Sorgen- und Albträume bereitende Schulfach könnte viel mehr mit dem, was der Volksmund „das Leben“ nennt zu tun haben. Denn ist es nicht so, dass man auf bereits Gelerntes zurückgreifen kann, oder dass viele Wege nach Rom führen? Ein gewisser Paul Erdös soll sogar gesagt haben: „Man lernt Mathematik nicht, man gewöhnt sich nur daran“. Auch wenn ich Zitate sammele musste ich für dieses das Internet befragen und um ganz ehrlich zu sein habe ich auch keine Ahnung wer Paul Erdös ist. Aber es stellt für mich keine höhere Priorität dar, mich nach ihm zu erkundigen. Zumindest lassen sich diese Aussagen sowohl auf die Mathematik, als auch auf das Leben beziehen… Ich merke ich schweife ab, aber es ist in jedem Fall gut die eigene Sichtweise auf die Dinge stetig zu überprüfen und zu überdenken.

Einer bestimmten Sache Priorität einzuräumen bedeutet auch Entscheidungen zu treffen (noch eine meiner Schwächen). Ich befinde mich gerade in einer existenziellen Schieflage und versuche dabei meine Situation zu analysieren. Keine Angst, das ist für mich ein kontinuierlicher Zustand. Eigentlich soll das heißen, ich stecke mal wieder in Prozessen der Entscheidungsfindung fest und versuche mich diesen zu entziehen. Doch das Leben stellt jeden, dich und mich, tagtäglich vor mehr oder weniger wichtige Entscheidungen. Das macht es auch weniger langweilig, schätze ich, doch es wird auch zu einer unangenehmen Tatsache wenn man, wie ich versucht entscheidende Situationen zu vermeiden und soweit es geht alles andere aufzuschieben. Es ist mir schmerzlich bewusst, dass Entscheidungsfindung auch viel mit Selbstsicherheit und Gelassenheit zu tun hat und das geht mir immer wieder gegen den Strich.

Ich will nicht planlos durch die Gezeiten irren, um mich sowohl vor den näher kommenden Wellen, als auch vor denen, die sich von mir entfernen zu fürchten. Ich will nicht in dem Aberglauben leben, der Sand unter meinen Füßen wäre kein fester Untergrund weil ich jeden Moment drohe darin zu versinken. Vor allem aber will ich meine Sandburgen nicht in dem Wissen bauen, dass sie sowieso bald von der Flut weggespült oder von einem unachtsamen Spaziergänger zertreten werden. Ich will sie aus Begeisterung und aus dem Sinn für Ästhetik bauen, für die Welt und ihre achtsamen Spaziergänger.
Ich weiß ich habe ein Fundament. Und dieses Wissen ist meine Priorität. Und selbst wenn ich nicht felsenfest hinter meinen Entscheidungen stehe, so weiß ich sicher, dass dieses Fundament der Anfang und das Ende sein wird. Dazwischen liegt mein persönlicher Abenteuerspielplatz.

to be continued…

 

~Anne~

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